Trockenheitsbulletin
Ausgabedatum: Donnerstag, 10.09.2026
Nächste Information: Donnerstag, 17.09.2026
Anhaltende Trockenheit
Aufgrund der weiterhin meist ausbleibenden Niederschläge in den kommenden Tagen bleibt die Trockenheit auf der Alpennordseite und in den Alpen bestehen.
Wetter
In den letzten 30 Tagen kam es am zentralen und östlichen Alpennordhang, in weiten Teilen Mittelbündens sowie gebietsweise im Mittelland zu erheblichen Niederschlagsdefiziten. Hier fiel nur rund 60 % des üblicherweise zu erwartenden Niederschlags. In Teilen Südbündens, im Mittel- und Südtessin, im Zentralwallis sowie lokal vom Seeland bis zum nördlichen Jura fiel mehr Niederschlag als üblich.
Die Niederschlagsanomalie der letzten 90 Tage ist in der ganzen Schweiz weiterhin negativ, insbesondere auf der Alpennordseite sowie in den zentralen und östlichen Alpen. Hier gab es nur etwa
50 bis 70 % des durchschnittlich zu erwartenden Niederschlags. In der Nordwestschweiz wurde lediglich ein Drittel der üblichen Niederschlagsmenge erreicht.
In den nächsten zwei Wochen und voraussichtlich bis Ende September wird das Wetter im Alpenraum von einer hochdruckdominierten Wetterlage bestimmt sein. Daher sind keine signifikanten Niederschlagsmengen zu erwarten. Während die Niederschlagsdefizite über 30 Tage nördlich der Alpen zunehmen werden, wird es auf der Alpensüdseite zu keinen nennenswerten Veränderungen kommen. Über einen Zeitraum von 90 Tagen betrachtet bleiben die Niederschlagsdefizite erheblich bis gross.
Fliessgewässer und Seen
Die Niederschläge vom Mittwoch führten nur vorübergehend zu einem Anstieg der Abflüsse an kleineren und mittleren Flüssen auf der Alpennordseite. An den grösseren Gewässern hat sich Niedrigwassersituation im Vergleich zur Vorwoche im Jura und im Mittelland tendenziell verschärft. Das bestehende Abflussdefizit in diesen Regionen ist nach wie vor erheblich bis extrem.
Auf der Alpennordseite ist die Mehrzahl der Flüsse von Niedrigwasser betroffen. An vielen Stationen werden so tiefe Abflüsse beobachtet, wie sie statistisch gesehen nur alle 2 bis 30 Jahre oder noch seltener auftreten.
Bis Mitte kommender Woche führt die warme und trockene Witterung zu keiner Entspannung der Situation hinsichtlich Abflussdefizit und Niedrigwasser. Die Niedrigwassersituation im Norden wird sich verschärfen. In den Alpen wird sich die Gletscherschmelze wiederum intensivieren.
Bodenfeuchte
An den Voralpen sowie im zentralen und östlichen Mitteeland besteht ein erhebliches bis grosses Bodenfeuchtedefizit. In den übrigen Regionen der Schweiz ist das Bodenfeuchtedefizit weniger stark ausgeprägt.
Das Bodenfeuchtedefizit wird aufgrund ausbleibender Niederschläge in den kommenden Tage zunehmen.
Grundwasser
Die Grundwasserstände und Quellschüttungen sind an zahlreichen Stationen weiterhin niedrig. Jedoch konnten sich nach den Niederschlägen in der zweiten Augusthälfte vor allem oberflächennahe und lokale Grundwasservorkommen vorübergehend wieder etwas erholen, besonders im Tessin und im westlichen Mittelland. Diese Niederschlagsmengen reichten aber noch nicht aus, um die Grundwasserstände und Quellschüttungen dauerhaft wieder ansteigen zu lassen.
Weitere Informationen
- MeteoSchweiz (Wetter): www.meteoschweiz.admin.ch
- BAFU (Hydrologie): www.hydrodaten.admin.ch
- BAFU (Waldbrand): www.waldbrandgefahr.ch
Wie stehen die Trockenheitswarnungen im Zusammenhang mit den Waldbrandwarnungen? Details - Aktuelle Naturgefahrensituation in der Schweiz: www.naturgefahren.ch