Trockenheitsbulletin
Ausgabedatum: Donnerstag, 23.07.2026
Nächste Information: Donnerstag, 30.07.2026
Die Trockenheit hält in der ganzen Schweiz an.
Trotz der vorhergesagten Gewitter am Wochenende wird sich die Trockenheit kaum entspannen. Weiterhin gibt es keine Anzeichen für eine länger anhaltende, flächige Niederschlagsperiode.
Wetter
Bis Ende letzter Woche (19. Juli) wurden im Flachland und Jura erhebliche bis grosse Defizite im 30- Tagesniederschlag beobachtet, besonders vom Jura bis in die Region Basel sowie im westlichen und östlichen Mittelland mit bis zu -70% Abweichung vom Normwert. Die restliche Schweiz ist in dieser 30-Tagesperiode von einem leichten oder keinem merklichen Niederschlagsdefizit betroffen. Über 90 Tage besteht lediglich im Engadin, in den Bündner Südtälern, im Südtessin und im Zentralwallis kein merkliches oder ein leichtes Defizit. In allen anderen Regionen liegt ein grosses bis extremes Niederschlagsdefizit vor. Hier betrugen die Niederschlagsmengen in den vergangenen 90 Tagen vielerorts nur 40 bis 55 % im Vergleich zur Norm.
Nach einer vorübergehenden Phase mit Schauern und Gewittern am Samstag und Sonntag wird das Wetter in der kommenden Woche wieder hochdruckbestimmt und zunehmend heisse Subtropikluft fliesst ein. Das Wetter bleibt im ganzen Land weitgehend trocken. Die einzigen Niederschläge sind wahrscheinlich beschränkt auf die Alpen, wo im Tagesverlauf isolierte Schauer entstehen können. Trotz grosser Unsicherheit sind auch in der zweiten Augusthälfte keine ergiebigen Niederschläge zu erwarten.
Aufgrund der weitgehend stabilen Wetterbedingungen bleiben die Regenmengen eher unterdurchschnittlich für die Jahreszeit. Die Niederschlagsdefizite über 30 Tage und auch über 90 Tage bleiben weitgehend unverändert.
Fliessgewässer und Seen
Aufgrund der trockenen Witterung seit Montag sind die Wasserstände der Fliessgewässer wiederum gesunken. In der ganzen Schweiz weisen die Flüsse sehr tiefe Abflussmengen auf. Das Abflussdefizit ist gross bis extrem gross. Im Jura, im Mittelland und im Tessin werden verbreitet Niedrigwasser registriert, wie sie nur alle 2 bis 30 Jahre auftreten. In den beiden erstgenannten Regionen werden an mehreren Flüssen noch seltenere Niedrigwasser beobachtet. In den Alpen sind die Abflüsse für die Jahreszeit auch stark unterdurchschnittlich. Wegen der Gletscherschmelze werden jedoch keine Niedrigwasser registriert.
Insbesondere der Boden-, der Walen-, der Vierwaldstätter- und der Zürichsee sowie der Lago Maggiore weisen für die Jahreszeit extrem tiefe Wasserstände auf. Der Pegel des Lago Maggiore ist seit Mitte Juni über ein Meter gesunken.
Die Schauer und Gewitter am Wochenende führen insbesondere bei kleinen Flüssen zu kurzzeitigen Pegelanstiegen. Die Pegel der grösseren Flüsse bleiben meist konstant. Mit der trockenen und heissen Witterung in der kommenden Woche sinken die Abflüsse weiter und die Niedrigwasserlage spitzt sich weiter zu. In stärker vergletscherten Einzugsgebieten der Alpen steigen die Abflüsse an und weisen einen Tagesgang auf.
Die Wasserstände der Seen reagieren kaum auf die gewittrigen Niederschläge. Gemäss aktueller Einschätzung werden sie bis Ende Juli mehrheitlich eine sinkende Tendenz aufweisen.
Bodenfeuchte
Verbreitet besteht ein grosses bis extremes Bodenfeuchtedefizit.
Da bis auf weiteres keine flächigen, länger anhaltende Niederschläge erwartet werden, wird das Bodenfeuchtedefizit gross bleiben.
Grundwasser
Die Grundwasserstände und Quellschüttungen sind weiterhin niedrig. In der West- und Nordschweiz sowie im Tessin konnten oberflächennahe Grundwasservorkommen von den lokalen Niederschlägen der vergangenen Woche profitieren. Dort liegen die Grundwasserstände und Quellschüttungen weitgehend im normalen Bereich.
Weitere Informationen
- MeteoSchweiz (Wetter): www.meteoschweiz.admin.ch
- BAFU (Hydrologie): www.hydrodaten.admin.ch
- BAFU (Waldbrand): www.waldbrandgefahr.ch
Wie stehen die Trockenheitswarnungen im Zusammenhang mit den Waldbrandwarnungen? Details - Aktuelle Naturgefahrensituation in der Schweiz: www.naturgefahren.ch